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zentrumstrasse

Geschicht­li­ches

Dorfkern mit Schulhaus Eherte 1953

Dorf­kern mit Schul­haus Ehret 1953

Es ist kaum zu glau­ben, dass die heu­tige Zen­trum­strasse noch in den Vier­zi­ger­jah­ren des 20. Jahr­hun­derts noch nicht bestand. Es führte ein klei­nes Bäch­lein vom Mai­hölzli her neben eini­gen Tan­nen bei der alten Post vor­bei in Rich­tung Dorfstrasse.

Die Bäcke­rei Hotz Rust AG, damals noch Schwerz­mann, war das ein­zige Haus. Dane­ben stand das gemeind­li­che „Sprüt­ze­hüsli“, das erst beim Bau der Zen­trum­strasse ent­fernt wurde.

Die Ent­ste­hung die­ser Strasse war ein „Kind“ des Kir­chen– und Saal­pro­jekts zu Beginn der Sieb­zi­ger­jahre. Dabei tauchte auch die Idee auf, Hünen­berg See – damals noch Kem­mat­ten genannt – mit dem Dorf­kern in direk­ter Linie zu ver­bin­den. Zur glei­chen Zeit war näm­lich auch der Bau der Auto­bahn A4 im Gang, wel­che die bei­den Gemein­de­teile ent­zwei schnitt. So sollte die Zen­trum­strasse in gera­der Linie vom Dorf, unter der Auto­bahn hin­durch, hin­ter dem Rin­der­holz und Lang­holz vor­bei nach Kem­mat­ten füh­ren. Als der erste Teil der Zen­trum­strasse nach dem Bau der Auto­bahn erstellt war, besann man sich aber eines Bes­se­ren. Das Kul­tur­land am Rande des Hubels wollte man nicht mit einer Strasse zu beto­nie­ren. Die vor­ge­se­hene direkte Ver­bin­dung liess man des­halb blei­ben und baute dafür die Lan­grü­ti­strasse aus.

Damit nun aber das gebaute Stras­sen­stück nicht ins Leere führte, diente es vor allem der Erschlies­sung der hier ent­ste­hen­den gemeind­li­chen und kirch­li­chen Bau­ten. Nach und nach wur­den die fol­gen­den Gebäude realisiert:

1974  röm.-kath. Kir­che «Hei­lig Geist»
Saal «Hein­rich von Hünen­berg»
Feu­er­wehr­de­pot
Schul­haus Ehret B (2014–2016 neu)
Aussensportanlagen
 1993  Werk­hof
Feuerwehrgebäude
 1994  Dreifachturnhalle
 1997  evang.-ref. Kir­chen­zen­trum
Schul­haus Ehret C
Frei­zeit– und Sportanlage
 2004  Fussballplatz
 2005  Pfadiheim
2013  Jugendräume

Fast nir­gends kann man in Hünen­berg die neuere Gemein­d­ent­wick­lung so augen­fäl­lig able­sen wie an der Zen­trum­strasse. Die Ein­woh­ner­zahl hat inner­halb der letz­ten fünf­zig Jahre um das Sechs­fa­che zuge­nom­men und beträgt heute über 9‘000 Seelen.

Der Werk­hof und das Feuerwehrgebäude

Ende der 1960er-Jahre zählte Hünen­berg knapp 1‘800 Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner. Als das Feu­er­wehr­de­pot unter dam Saal „Hein­rich von Hünen­berg“ geplant wurde, leb­ten rund 2‘000 Per­so­nen in Hünen­berg. 1975 konnte das Feu­er­wehr­de­pot im Unter­ge­schoss des neuen Saal­ge­bäu­des bezo­gen wer­den. Dane­ben wurde das erste Lokal des gemeind­li­chen Werk­ho­fes eingerichtet.

Beda Boos war als ers­ter voll­amt­li­cher gemeind­li­cher Werk­dienst­mit­ar­bei­ter tätig. Er war anfäng­lich mit sei­nem pri­va­ten VW-Käfer samt Anhän­ger unter­wegs und erle­digte unzäh­lige Arbei­ten zum Wohl der Gemeinde.

Mit dem Wachs­tum der Gemeinde wur­den die Platz­ver­hält­nisse sowohl für die Feu­er­wehr als auch für den Werk­hof zu eng. Es wurde des­halb die Pla­nung eines neuen Werk­ho­fes und eines neuen Feu­er­wehr­ge­bäu­des an die Hand genom­men. Am 24. Juni 1991 geneh­mig­ten die Stimm­be­rech­tig­ten den Bau­kre­dit von 10,9 Mil­lio­nen Fran­ken. Nach zwei Jah­ren wur­den der Werk­hof und das Feu­er­wehr­ge­bäude am 13. Novem­ber 1993 offi­zi­ell in Betrieb genommen.

Damit konnte den Anfor­de­run­gen der inzwi­schen rund 7‘000 Per­so­nen zäh­len­den Gemeinde Rech­nung getra­gen wer­den. Auch wur­den durch den Neu­bau die Räum­lich­kei­ten im Saal „Hein­rich von Hünen­berg“ frei, dort, wo sich nun der Ein­horn– und der Mai­hölz­li­saal befin­den. Im Aus­sen­be­reich des Werk­ho­fes wurde die erste Ent­sor­gungs­stelle (Öki­hof) eingerichtet.

Ökihof Hochstativ-Panorama-Ansicht

Seit Februar 2000 benutzt der Öki­hof Hünen­berg Zen­trum ein auto­ma­ti­sches Kehricht-Wiegesystem. Die Benut­ze­rIn­nen kön­nen mit­tels elek­tro­ni­schem Steck­schlüs­sel ihren Haus­keh­richt wie­gen und per­sön­lich ver­rech­nen las­sen. Auf der gegen­über­lie­gen­den Seite des kom­bi­nier­ten Güsel-Containers wird Sperr­gut zurück­ge­nom­men. Der­zeit wer­den rund 700 sol­cher Steck­schlüs­sel benutzt. Dank dem Wie­ge­sys­tem lässt sich eine Kehricht-Sammelfahrt etwa alle drei Wochen einsparen.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Werk­dienst und dem Öki­hof Hünen­berg Zen­trum.

Die Hünen­ber­ger Feuerwehr

Die Alar­m­aus­lö­sung geschah frü­her meist durch das Läu­ten der Kir­chen­glo­cken und in Hünen­berg durch das Abfeu­ern von Böl­ler­schüs­sen aus der Herr­gotts­ka­none aus dem Jahre 1826. Spä­ter mel­dete das Feu­er­horn den Aus­bruch eines Bran­des. Heute wird die Alarm­mel­dung zen­tral von Zug aus mit tech­ni­schen Hilfs­mit­teln ausgelöst.

In der ers­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts änderte sich die Arbeits­weise der Feu­er­wehr kaum. Die meis­ten Hünen­ber­ger waren Bau­ern und Hand­wer­ker. Jeder Hof war durch min­des­tens eine Per­son in der Feu­er­wehr ver­tre­ten. Diese Rege­lung galt aber für Leh­rer nicht. Bei­spiels­weise war Leh­rer Emil Mül­ler Vize­kom­man­dant, durfte aber bei einem Brand­fall wäh­rend der Schul­zeit nicht ausrücken.

Anfangs der Neunziger-Jahre moder­ni­sierte sich die Feu­er­wehr und die Frauen hiel­ten Ein­zug. An einem Rap­port sagte ein Feu­er­wehr­mann mit mar­ki­gen Wor­ten: «Feu­er­wehr ist Män­ner­sa­che». Im Jahre 1996 trat mit Irma Arnold trotz­dem die erste Frau in die Feu­er­wehr ein. Der Frau­en­an­teil erhöhte sich all­mäh­lich und die Frauen sind fes­ter Bestand­teil im Korps gewor­den. Mit den Frauen hat sich auch die Umgangs­spra­che posi­tiv verändert.

Die Feu­er­wehr hat sich zu einem hoch tech­ni­sier­ten Betrieb ent­wi­ckelt. Man setzt nach wie vor auf das Miliz­sys­tem, was ein beträcht­li­ches Enga­ge­ment an Frei­zeit bean­sprucht. Alar­miert wird heute mit moder­nen tech­ni­schen Hilfs­mit­teln und jeder­mann kann per­sön­lich erreicht werden.

Die Hünen­ber­ger Feu­er­wehr­leute ste­hen rund um die Uhr und an 365 Tagen in Pikett­be­reit­schaft. Beim Ein­gang eines Alarms zie­hen sie die Feu­er­wehr­klei­der an und rücken zum Ein­satz­ort aus. Die Fah­rer bege­ben sich zum Feu­er­wehr­ge­bäude und holen die Feuerwehrfahrzeuge.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Hünen­ber­ger Feuerwehr

Der prä­gnante Rund­bau der evang-ref. Kirche

Hünen­berg ist die jüngste eigen­stän­dige Bezirks­kirch­ge­meinde im Kan­ton Zug.

Seit 1950 gehörte Hünen­berg zusam­men mit Cham und Rot­kreuz zur Bezirks­kirch­ge­meinde Ennet­see. Damals war Hünen­berg noch ein klei­nes Dorf. Erst ging man nach Cham „z’Chile“, dann nach Rot­kreuz. Da keine kirch­li­chen Räum­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung stan­den, fand die Sonn­tags­schule in Pri­vat­stu­ben und spä­ter in den Schul­häu­sern Ehret und Holz­häu­sern statt.

Innen­raum der ref. Kirche.

Im Jahr 1982 konnte ein Pavil­lon aus Stein­hau­sen über­nom­men wer­den, der dort nicht mehr gebraucht wurde. Die Got­tes­dienste wur­den nun abwechs­lungs­weise im Pavil­lon an der Zen­trum­strasse und in der Kir­che St. Wolf­gang abge­hal­ten. Der Pavil­lon weckte den Wunsch nach mehr. Und so wurde der Neu­bau einer Kir­che beschlossen.

Die ers­ten Ideen für ein Kir­chen­zen­trum in den acht­zi­ger Jah­ren mün­de­ten in kon­krete Pla­nun­gen in den Neun­zi­gern. 1992 wurde ein Archi­tek­tur­wett­be­werb durch­ge­führt, den der Zür­cher Archi­tekt Willi Egli für sich ent­schei­den konnte. Das Pro­jekt sah ein vom Grund­riss her vier­ecki­ges Kir­chen­zen­trum vor.

In der Folge wurde das Pro­jekt zum heu­ti­gen Rund­bau wei­ter­ent­wi­ckelt. Der Spa­ten­stich erfolgte am 2. Februar 1996 und am 21./22. Juni 1997 konnte das neue evang.-ref. Kir­chen­zen­trum zur Freude von Jung und Alt ein­ge­weiht werden.

Der Rund­bau des Kir­chen­rau­mes setzt den archi­tek­to­ni­schen Akzent des Gebäu­de­kom­ple­xes. Der Innen­raum ist hell und freund­lich gestal­tet und wirkt sehr modern und hei­me­lig zugleich.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum evang.-ref. Kir­chen­zen­trum bzw. zur Geschichte der evang.-ref. Kirchgemeinde

Fas­nachts­brun­nen

Man mag sich viel­leicht fra­gen, was denn der Brun­nen mit­ten auf der Mai­hölz­li­wiese für eine Bewandt­nis hat. Er ist ein Geschenk der Gug­gen­mu­sik „Qua­ker“ an die damals zwan­zig­jäh­rige Eiche Zunft (1996), die in Hünen­berg die bekannte Fas­nacht orga­ni­siert. So aner­bot sich die Gemeinde, hier den Stand­ort für den Brun­nen zur Ver­fü­gung zu stellen.

Auto­ren: Patri­cia Dier­meier Reichardt, Guido Wetli
Fotos: Archiv, Andreas Busslinger