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Strom­ver­sor­gung in Hünenberg

Das Kraft­werk Rat­hau­sen (Mett­len) besass schon im Jahre 1911 die Bewil­li­gung, in der gan­zen Gemeinde Hünen­berg die Elek­tri­zi­tät zu ver­tei­len. In der Lan­grüti war der Stand­ort des ers­ten Trans­for­ma­tors, um den Käse­kel­ler der Firma Lus­ten­ber­ger mit Strom zu versorgen.

Weil die Hünen­ber­ger ihr Schick­sal sel­ber in die Hand neh­men woll­ten, grün­de­ten sie 1912 eine eigene Genos­sen­schaft, die Elek­tri­zi­täts­ge­nos­sen­schaft Ober­hü­nen­berg (heute: Elektro-Genossenschaft Hünen­berg EGH).

Es war kein leich­tes Unter­fan­gen, damals die Bevöl­ke­rung von der Elek­tri­zi­tät zu über­zeu­gen, wel­che die Ker­zen– und Petrollam­pen erset­zen sollte. Aber bereits im Novem­ber 1912 leuch­te­ten in Hünen­berg bei 25 Abon­nen­ten erst­mals elek­tri­sche Lich­ter auf. Im glei­chen Jahr wurde mit dem Kraft­werk Rat­hau­sen der erste Strom­lie­fer­ver­trag abgeschlossen.

Zunächst war die Strom­ver­sor­gung auf Ober­hü­nen­berg beschränkt. Erst 1993 konnte das Ver­teil­netz Unter­hü­nen­berg von den CKW Luzern erwor­ben werden.

In Hünen­berg See erfolgt die Strom­ver­sor­gung durch die Was­ser­werke Zug AG.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zu den bei­den Strom­lie­fe­ran­ten EGH Elektro-Genossenschaft Hünen­berg und Was­ser­werke Zug AG WWZ.

Hoch­span­nungs­lei­tung

Die erste 150 kV Hoch­span­nungs­frei­lei­tung über das Gebiet der Gemeinde Hünen­berg führte von Ben­ken (ZH) nach Mett­len (LU), und wurde 1930 in Betrieb genom­men. . Die Hoch­span­nungs­lei­tung wurde 1963 auf 2x220 kV und in den frü­her 1990er Jah­ren auf 1x220 und 2x380 kV aus­ge­baut. Seit 1998 wird die Lei­tung mit 1x380 kV und 2x 220 kV betrieben.

Die heu­tige Hoch­span­nungs­lei­tung Sils-Benken-Mettlen quer durch Hünen­berg gehörte bis Ende 2013 den Nord­ost­schwei­ze­ri­schen Kraft­werke AG (NOK) und dem Elek­tri­zi­täts­werk der Stadt Zürich (ewz) und seit 2014 der natio­na­len Netz­ge­sell­schaft Swiss­grid­Die Span­nung der Frei­lei­tung war zu Beginn der 1990er-Jahre gegen hef­ti­gen Wider­stand der Anwoh­ner von 220kV auf 380 kV erhöht worden.

Der Wunsch vie­ler Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner, die Lei­tung in den Boden zu ver­le­gen, wurde an einer gemeind­li­chen Zukunfts­kon­fe­renz im Jahr 2012 auf einer Liste mit 28 Pro­blem­punk­ten an fünf­ter Stelle ein­ge­stuft. Die Hoch­span­nungs­lei­tung ist Ange­le­gen­heit des Bun­des. Das bedingt einen lan­gen Atem für den Weg durch alle Instan­zen. In den letz­ten Jah­ren hat der Kan­ton – aber auch die Gemeinde – umfang­rei­che Abklä­run­gen getrof­fen. Die Dis­kus­sio­nen der Gemein­den mit dem Kan­ton lau­fen wei­ter. Der VFW (Ver­ein zur För­de­rung der Wohn­qua­li­tät ent­lang der Hoch­span­nungs­lei­tung) mit Sitz in Hünen­berg setzt sich seit dem Jahr 2000 für Ver­bes­se­run­gen ein (www.facebook.cm/vfw2000).

Die nach den Ereig­nis­sen in Fukus­hima viel dis­ku­tierte Ener­gie­wende hat auch Aus­wir­kun­gen auf das Über­tra­gungs­netz. Swiss­grid pro­gnos­ti­ziert für die Schweiz bis ins Jahr 2035 einen Bedarf von gegen 1‘000 km neuer oder umge­bau­ter Hoch­span­nungs­lei­tun­gen. Für die Hoch­span­nungs­lei­tung durch den Kan­ton Zug ist ein Aus­bau der Leis­tungs­ka­pa­zi­tät von 2x220kV / 1x380kV auf 1x220kV / 2x 380kV geplant. Das Bun­des­ge­richt hat für Neu­bau­stre­cken (die Lei­tung durch den Kan­ton Zug fällt nicht in diese Kate­go­rie) ver­fügt, dass zwin­gend eine Vari­ante zur Ver­ka­be­lung im Boden in die Pla­nung auf­ge­nom­men wer­den muss.

Da die Inves­ti­ti­ons­kos­ten für eine Ver­ka­be­lung höher sind als für Frei­lei­tun­gen, steht neben der tech­ni­schen Mach­bar­keit (in Hünen­berg mög­lich) die Kos­ten im Mit­tel­punkt der Diskussionen.

Eine Stu­die aus Rini­ken AG zeigt aber, dass bei einer Voll­kos­ten­be­trach­tung, d.h. Inves­ti­ti­ons– und Betriebs­kos­ten wäh­rend 40 Jah­ren, eine erd­ver­legte Kabel­lö­sung kaum schlech­ter abschnei­det. Der Nut­zen für die lang­fris­tige Raum­pla­nung und die Belas­tungs­re­duk­tion für Anwoh­ner in den betrof­fe­nen Gemein­den ist in den Berech­nun­gen noch nicht berücksichtigt.

Swiss­grid hat im Juni 2013 modell­haft eine Ver­le­gung in den Boden doku­men­tiert. Diese zeigt zwei Beton­blö­cke ca. 2 m unter dem Boden, wofür ein Gra­ben von ca. 5 m Breite erfor­der­lich ist. Die­ser würde nach der Ver­le­gung wie­der voll­stän­dig zuge­schüt­tet. Für den Bau und even­tu­elle Repa­ra­tur­ar­bei­ten ist ein Kor­ri­dor von ca. 10 m frei­zu­hal­ten. Für neue Frei­lei­tun­gen ist vom Bund hin­ge­gen ein Frei­hal­te­kor­ri­dor von 80 bis 100 m vor­ge­schrie­ben (NISV Ver­ord­nung des Bun­des für nicht-ionisierende Strah­lung aus dem Jahr 2000).

Im Kan­tons­rat wird zur Zeit (2014) über einen Kre­dit für eine Mach­bar­keits­stu­die zur Ver­le­gung der gesam­ten Hoch­span­nungs­lei­tung durch den Kan­ton Zug diskutiert.

Stras­sen­be­leuch­tung

Durch den hohen Aus­leuch­tungs­stan­dard des Kan­tons Zug, der in den 1980er-Jahren defi­niert und bis 2008 gestützt wurde, ist auch das Beleuch­tungs­ni­veau in der Gemeinde Hünen­berg rela­tiv hoch. Seit der Inkraft­set­zung der neuen Richt­li­nie für die Stras­sen­be­leuch­tun­gen des Kan­tons Zug vom 19. Dezem­ber 2008 wird bei neu zu erstel­len­den Stras­sen­be­leuch­tun­gen die Licht­menge gegen­über dem frü­he­ren Mass­stab jedoch wesent­lich reduziert.

Durch die moder­nen Leucht­kör­per und die hoch ent­wi­ckel­ten Leucht­mit­tel oder LED-Leuchten ist es im Gegen­satz zu frü­her mög­lich, das Licht wesent­lich geziel­ter ein­zu­set­zen. Strom­ein­spa­run­gen gegen­über alten Tech­ni­ken und Nor­men kön­nen dabei mehr als 30 % betra­gen. Zudem wer­den nega­tive Neben­er­schei­nun­gen wie die Licht­ver­schmut­zung wesent­lich eingeschränkt.

Die Gemeinde Hünen­berg ist in den letz­ten 30 Jah­ren sehr schnell gewach­sen. In die­ser Zeit wur­den, wie auch heute, nur die jeweils effi­zi­en­tes­ten Leucht­mit­tel für die Stras­sen­be­leuch­tung verwendet.

In Hünen­berg sind keine innef­fi­zi­en­ten Leuch­ten mehr im Ein­satz, die bis in die 1970er-Jahre üblich waren. Sämt­li­che für die ursprüng­li­che Stras­sen­be­leuch­tung typi­schen Queck­sil­ber­dampflam­pen mit offe­nen Blech­ge­häu­sen sind in der Gemeinde Hünen­berg längst ersetzt worden.

Heute wer­den aus­schliess­lich moderne Beleuch­tungs­kör­per ein­ge­setzt, seien dies Strom­spar­lam­pen bei weni­ger anspruchs­vol­len Aus­leuch­tungs­si­tua­tio­nen, moderne Natri­um­hoch­druck­lam­pen oder neu­er­dings auch LED-Lampen, die erst­mals im Jahr 2011 abschnitts­weise ent­lang der St. Wolf­gang­strasse und seit 2013 ent­lang der Sonn­hal­den­strasse instal­liert wur­den. Die Gemeinde Hünen­berg hat die Pra­xis, Stras­sen­be­leuch­tun­gen erst nach Ablauf der jewei­li­gen Lebens­dauer zu erset­zen. Dann wer­den sie aber durch die moderns­ten Lam­pen­ty­pen ersetzt.

Quecksilberdampflampe­ Strom­spar­lampe LED-Lampe
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Auto­ren: Patri­cia Dier­meier Reichardt, EGH, Guido Wetli
Fotos: Tho­mas Mül­ler (Panorama)